Konzern

Engagement für Flüchtlinge

Der Zustrom von Flüchtlingen nach Deutschland bringt viele Herausforderungen für unsere Gesellschaft mit sich. Gerade Unternehmen in unserer Region können Chancen in Bezug auf den Fachkräftemangel nutzen und gleichzeitig bei der Integration der Geflüchteten helfen. Einige ansässige Firmen, zu denen wir uns auch zählen, und Vereine gehen mit gutem Beispiel voran und initiieren oder unterstützen Projekte zur Integration. Wir möchten den Flüchtlingen Perspektiven in unserer Region aufzeigen und auch konkrete Angebote für einen Einstieg in das Berufsleben unterbreiten.

Ein gutes Netzwerk und langjährige Kooperationen helfen bei der Integration


Wir sind davon überzeugt, dass durch die starke Vernetzung und langjährige Zusammenarbeit mit verschiedenen Kooperationspartnern in der Region die Integration einer großen Anzahl an Flüchtlingen in unserem Unternehmen gelingen und so dem Fachkräftebedarf in bestimmten Berufsfeldern entsprochen werden kann. Gleichzeitig möchten wir aber auch anderen Unternehmen zeigen, dass aufgrund langjähriger Erfahrung in der Berufsorientierung durch modifizierte Angebote auch für Flüchtlinge berufliche Perspektiven aufgezeigt werden können.

In enger Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit Halle gab es am 9. Dezember 2015 eine erste Begegnung mit Flüchtlingen auf dem Betriebsgelände der GP Günter Papenburg Unternehmensgruppe in der Berliner Straße in Halle (Saale). Es wurde mit 21 Teilnehmern eines Willkommenskurses und mit einer Gruppe von Flüchtlingen, die schon eine längere Zeit in Deutschland leben, eine Betriebsbesichtigung durchgeführt, um den Flüchtlingen Einblicke in das Leistungsprofil eines großen Unternehmens zu geben und die Maschinentechnik sowie verschiedene Arbeitsplätze vorzustellen.


Am 25.01.2016 fand erneut eine Informationsveranstaltung und Betriebsbesichtigung für Flüchtlinge mit Pressekonferenz statt. Dabei wurden mögliche berufliche Perspektiven in der GP Günter Papenburg Unternehmensgruppe aufgezeigt und erste Schritte zur Integration gegangen. Um 10.00 und um 13.00 Uhr wurde jeweils eine Gruppe mit 36 bzw. 15 Flüchtlingen erwartet, die teilweise bereits in ihrer Heimat in Bauberufen tätig waren bzw. Interesse an einer Ausbildung als Berufskraftfahrer, Verfahrensmechaniker oder in einem der Bauberufe signalisiert hatten. Partner bei der Vorauswahl der Flüchtlinge und bei der Bereitstellung von zwei Sprachmittlern waren die Regionaldirektion Sachsen-Anhalt und Thüringen und der Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit sowie das Jobcenter.

Nach einer Vorstellung des Unternehmens sowie der beruflichen Perspektiven im Hinblick auf Praktika und Übernahme in Ausbildung, Duales Studium oder in den Beruf erläuterte die Agentur für Arbeit das weitere Verfahren je nach Aufenthaltsstatus.
Zudem fand ein Gespräch mit Pressevertretern aus der Region und bundesweit mit Herrn Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff, Herrn Raimund Becker (Vorstand Regionen der Bundesagentur für Arbeit) sowie Herrn Klaus Papenburg und Frau Angela Papenburg (Geschäftsführer/in in der GP Günter Papenburg Unternehmensgruppe) statt. Im anschließenden Austausch mit den Flüchtlingen und Mitarbeiterinnen der Agentur für Arbeit konnten weitere Fragen gestellt werden. Abschließend wurden die Teilnehmer/-innen bei einer Besichtigung des Betonwerkes und der Werkstatt vor Ort sowie beim Probesitzen im Minibagger, Radlader und LKW von ihnen begleitet. Kaufmännisch interessierte Teilnehmer wurden durch Herrn Yasser Ozo, Auszubildender im 2. Lehrjahr und Syrer, zu verschiedenen Büroarbeitsplätzen im Verwaltungsgebäude geführt und konnten so mit Mitarbeitern/-innen ins Gespräch kommen.

In den Winterferien sollten ursprünglich fünf junge Männer aus Syrien und Afghanistan in der Werkstatt und eine Syrerin im Büro ein einwöchiges Praktikum durchlaufen. Leider hat nur ein Praktikant die vorgesehene Woche absolviert. In den vergangenen zwei Wochen wurden weitere, an einem Praktikum, an einer Hospitation bzw. am Probearbeiten interessierten Flüchtlinge zum Sprachtest eingeladen. Hier soll in den nächsten Wochen eine Möglichkeit für Praktika geschaffen werden. Ab Montag, den 29.02.2016, führt ein Sprachlehrer, der über die Agentur für Arbeit beauftragt ist, mit einer Gruppe von Flüchtlingen 14 Tage den Integrationskurs in unserem Schulungsraum durch. Während vormittags Deutsch unterrichtet wird, werden wir nachmittags „Berufsorientierung/Berufswahl in Deutschland“ thematisieren und „Schnupperstunden“ im Betrieb anbieten.

Veranstaltungen und Angebote

Bei Veranstaltungen zur Berufsorientierung, an denen die GP Günter Papenburg Unternehmensgruppe für Besucher ihre Türen öffnet, wird es zukünftig zusätzliche, durch Sprachmittler begleitete Angebote für Flüchtlinge geben werden Flüchtlingen je nach Status und Sprachkenntnis gezielt Angebote unterbreitet, die alle durch fachsprachliche Deutschkurse im Unternehmen gestützt werden. Dazu zählen:

  • Praktika / Probearbeit
  • Einstiegsqualifizierung ++
  • Assistierte Ausbildung
  • Ausbildung bzw. Duales Studium
  • Beruflicher Einstieg

Des Weiteren werden fördernde Strukturen innerhalb des Betriebes aufgebaut, um eine gezielte Integration mit aufeinander folgenden Entwicklungsstufen zu ermöglichen. Hierzu wurde am 02.03.2016 ein weiteres Gespräch mit der Agentur für Arbeit geführt. Ziel ist es, zwischen 50 und 100 Auszubildende bzw. Berufseinsteiger einzustellen, die von 15 bis 20 „Praktikumsbegleitern - interkulturell“, also Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus unserem Unternehmen, unterstützt und betreut werden.

Interkulturelle Lernerfahrungen durch Unterstützung von Projekten

Als Vorstandsmitglied in der Freiwilligen-Agentur Halle-Saalkreis e.V. verfolgte Angela Papenburg, Geschäftsführerin in der GP Günter Papenburg Unternehmensgruppe, seit der Auftaktveranstaltung der Koordinierungsstelle „Engagiert für Flüchtlinge“ sehr genau die verschiedenen Aktivitäten und Projekte in der Flüchtlingshilfe. Das Unternehmen stellte deshalb im November letzten Jahres gern - unweit der Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge - ihre Räume im Erdgeschoss der Theatrale im Waisenhausring, Halle (Saale) für den Welcome-Treff zur Verfügung. Der Welcome-Treff ist ein Projekt der Freiwilligen-Agentur, das zum Ziel hat, Flüchtlingskindern und ihren Familien ein Freizeitangebot zu unterbreiten, das hauptsächlich durch Ehrenamtliche und Bundesfreiwilligen-Dienstler getragen wird. Zukünftige Veranstaltungen im Saal der theatrale, wie „Du bist Politik“ des Friedenskreises oder Theateraufführungen des Neuen Theaters, sollen die Begegnung von Menschen unterschiedlicher Kulturen fördern. Erstmalig wurde am 25.02.2016 auch ein Berufetag durchgeführt, bei dem Frau Papenburg die Möglichkeiten der Berufsorientierung sowie den Einstieg in das Berufsleben über Praktikum, Probearbeiten oder Hospitation vorstellte.

Außerdem wurden in unseren Gebäuden am Waisenhausring und in der Großen Brauhausstraße inzwischen Büroräume für das Landesnetzwerk der Migrantenorganisationen Sachsen-Anhalt e.V. (LAMSA), Wohnraum für unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge und im Coworking Space ein Seminarraum zur Durchführung von Deutschsprachkursen, anerkannt durch das BAMF, eingerichtet. Darüber hinaus stellen wir die benötigten Arbeitsmaterialien für Deutschsprachkurse von ehrenamtlich tätigen Bürgern, z.B. Arbeitshefte „Deutschkurs für Asylbewerber“ (Thannhauser Modell) und Schreibmaterialien, zur Verfügung.

Durch einen fachlichen Input des Unternehmens im Projekt „Berufswahl-Paten“ konnte der Kontakt zu einem Flüchtling aus Somalia hergestellt werden, der sich inzwischen bereits in der Einstiegsqualifizierung ++ bei der GP Papenburg Hochbau GmbH befindet. Auch die Azubis des Unternehmens erhalten durch Einbindung in das Projekt „Loop“ interkulturelle Lernerfahrungen. Dabei arbeiten Auszubildende und junge Migranten gemeinsam an einer Aufgabe, damit bei den Projektteilnehmern Motivation und Verständnis für berufliche Zusammenhänge wachsen. Auf unserem Bauhof restaurierten die jungen Leute gemeinsam Teile der GP Kinderbaustelle und lernten sich so ein bisschen besser kennen. An zwei weiteren Nachmittagen wurden die Arbeiten fortgesetzt und mit einer Betriebsbesichtigung verbunden.

Unterschrieben wurde des Weiteren eine Kooperationsvereinbarung mit dem Projekt „Jobbrücke Plus“, das durch SPI Soziale Stadt und Land Entwicklungsgesellschaft mbH koordiniert wird und in dem es vorrangig um die Beratung und um die Vermittlung von Praktikumsplätzen für Asylbewerber und Flüchtlinge geht. Eine Gruppe von 12 Projektteilnehmern mit Migrationshintergrund wird die Gelegenheit zum Tag der Berufe am 09.03.2016 nutzen, um das Unternehmen kennenzulernen. Frau Angela Papenburg ist weiterhin in der Unternehmerinitiative „Familienfreundliches Halle“ und in einer Arbeitsgruppe des bundesweiten Netzwerkes SCHULEWIRTSCHAFT zum Thema „Flüchtlinge“ sowie als Patin für „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“ in der 2. IGS Halle (Saale) aktiv.

 

Freiwilligen-Agentur
Bundesagentur für Arbeit